Ablauf am Sonntag 13.12.2020

Eingang Glockenläuten

Begrüßung (Sabine Krahn-Schulze)

Musik „Sonnenblumen – Silly“ (gesungen von Anja Strübingk)

Wenn ich Sonnenblumen seh Muss ich an dich denken
Und an Sterne, wie sie uns Ihre Wärme schenken
Wenn ich Sonnenblumen seh Alle Sommer wieder
Spielt mir mein verschoss’nes Herz Filme vor und Lieder
Spielt mir mein verschossenes Herz Filme vor und Lieder
Wo du auch sein magst Ich hab dich hier
Blume der Sonne Über mir
Wo du auch sein magst Ich spüre dich
Deine Liebe wie Sonne Scheint rein in mich
Wenn ich Sonnenblumen seh Kleine gelbe Sterne
Ist mir so als schaust du mich an Aus weiter Ferne
Ist mir so, als schaust du mich An aus weiter Ferne
Wo du auch sein magst Ich hab dich hier
Blume der Sonne über mir
Wo du auch sein magst Ich spüre dich
Deine Liebe wie Sonne Scheint rein in mich

Andacht „So fern und doch so nah“ (Anne Jax)

Sonnenblumen oder andere bestimmte Dinge, das besondere Lied, dieser eine Geruch.
Es gibt sie, die Auslöser, mit denen man sie wieder hier hat, wo sie auch sein mögen…

Es ist ein Hin- und Her der Gefühle angesichts mancher starker Erinnerungsmomente;
es ist das tiefe Glück, sie gefühlt, gekannt, diese ganz besondere Zeit bei sich gehabt zu haben und gleichzeitig der Schmerz, sie nicht mehr berühren zu können…

So nah sind sie, ganz tief drin, ihr sprecht hier immer von Euern Kindern „im Herzen“ und doch sind sie so fern und eure Hände halten sie nicht mehr… „Wo du auch sein magst, ich hab dich hier.

Wo du auch sein magst, ich spüre dich.“ so formuliert es die Band Silly in dem Lied „Sonnenblumen“, ihre Version von So fern und doch so nah.
Damit habt ihr dieses Gedenken an eure verstorbenen Kinder und Geschwister überschrieben, weil ihr es so fühlt: dieses scheinbar Widersprüchliche.

Um diesem Gefühl ein Bild zu geben, habt ihr Karten entworfen. Auf der einen sind viele Sterne zu sehen, strahlende, zarte, kleinere und große leuchtende Punkte erhellen den Abendhimmel. Sterne, so viele und so unterschiedlich wie die verstorbenen Töchter und Söhne und Schwestern und Brüder, die ihr vermisst und für die heute an diesem Gedenktag ein Welle aus Kerzenlichtern einmal um die ganze Welt geht.
Die andere Karte zeigt einen leuchtenden Mond, der das Dunkel der Nacht warm bescheint, einen Mond, der Hunderttausende Kilometer entfernt ist, den man aber doch an machen Abenden meint, mit den Händen greifen zu können.
Manchmal wäre es schön, mit diesem unendlich weit Entfernten, in Berührung kommen zu können…

So etwas Ähnliches erwarten, ersehnen, erleben wir Christen zu Weihnachten. Ein unendlich großer, allmächtiger, Gott kommt als kleines Kind in diese Welt. Aber auch das ist nicht für Alle der Weg in das ersehnte Paradies.
Auch damals vor 2000 Jahren, zu Jesu irdischen Zeiten haben Menschen geglaubt oder nicht geglaubt, obwohl sie Jesus mit ihren Sinnen leibhaftig erleben konnten, ihn gesehen und gehört und gefühlt haben. Auch damals haben sich manche abgewendet, andere dagegen folgten ihm erfüllt. Der Glaube, den Gott durch seinen Sohn Jesus dieser Welt näher gebracht hat, ist eine andere Art des Glaubens als das, was sich beweisen oder faktisch in Händen halten lässt. Das ist der Glaube, der nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen sieht. Jesus sagt: das Reich Gottes ist inwendig, in euch, mitten unter euch.

Ich erzähle hier heute vom Glauben, nicht weil wir hier dem Gedenken noch einen kirchlichen Anstrich geben müssen, sondern weil ich darin eine Verbindung zu Euerm Verlust erkenne. Endscheidend ist nicht immer nur das, was ich in Händen halten und berühren kann.
Nähe entsteht oft eher unsichtbar.

Für mich ich das auch eine der tiefsten Erkenntnisse aus diesem besonderen Jahr der Kontaktbeschränkungen. Es geht viel verloren, wenn ich nicht freudig umarmen kann zur Begrüßung, wenn ich nicht besuchen darf, wenn Menschen nicht einfach die Hand gereicht werden kann.
Aber Nähe ist oft unsichtbar. Was ich nicht berühren kann, finde ich oft sehr berührend. Ich bin angefasst von dem Unfassbarem. Mein Herz kann ergreift, was mit Händen nicht erfühlt werden kann.

Auch das ist wertvoll, was sich nicht begreifen lässt; Glauben, Beziehung, Gefühl, Erinnerung, die Liebe zu Euern Kindern und Geschwistern – wo sie auch sein mögen, ihr habt sie hier.
Amen


Wir erinnern uns (Barbara, Anneli, Katrin, Agnes, Marion, Sabine, Gertrud, Manuela)

Beim Aufgang der Sonne und ihrem Untergang
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir müde sind und Kraft brauchen
erinnern wir uns an sie;

Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir verloren sind und krank in unserem Herzen
erinnern wir uns an sie;

Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir Freuden erleben, die wir so gerne teilen würden
erinnern wir uns an sie;

Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des Herbstes
erinnern wir uns an sie;

Zu Beginn des Jahres und wenn es zu Ende geht
erinnern wir uns an sie;

Solange wir leben, werden sie auch leben, denn sie sind ein Teil von uns.

Verlesen der Namen und stellvertretendes Kerzenanzünden durch die Anwesenden

Ich wünsche Dir (Irischer Segenswunsch)
Ich wünsche dir,
dass dich das Licht eines neuen Morgens hell umfängt,
und dass die ersten Sonnenstrahlen deine Müdigkeiten berühren
und deine Traurigkeiten erwärmen.

Ich wünsche dir,
dass die weißen Wolken am Himmel deine versunkenen Träume
wieder neu aufsteigen lassen in dir und deine wiedererweckten Sehnsüchte
dich in den Tag hinein bewegen.

Ich wünsche dir,
dass der Wind deinen Atem belebt
und dich erfrischt zu neuen Schritten,
durch die Veränderung geschieht.

Ich wünsche dir,
dass dich die Dunkelheit der Nacht nicht ängstigt und bedroht,
sondern dir ein Stern aufleuchtet, der dir Hoffnung verheißt
für den beginnenden Tag.

Ich wünsche dir,
dass du erfahren mögest, dass alles, woran du vergeblich gelitten hast, nicht vergeblich gewesen ist,
dass dir Kräfte zuwachsen, deine Begabungen zu entfalten
und die Beziehungen zu Menschen, die deinem Herzen nahe stehen,
heilvoll und fruchtbar zu gestalten.

Ich wünsche dir,
dass der kommende Tag ein gesegneter für dich sein wird.

Klavierstück aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“

Ausgang Glockenläuten